Musikszene im Südosten Österreichs

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Die Uhudler Bluesband

Porträt und CD-Vorstellung

Der folgende Artikel wurde von Steemit übernommen.

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>> https://steemit.com/deutsch/@martinamartini/die-uhudler-bluesband-und-der-zuagroastn-blues

 

To BLUES or not to BLUES?

Gitarrist Sigi Flamisch war sich nach der Veröffentlichung der CD „Der Zuagroastn-Blues“ im Jahr 2016 nicht sicher, ob eines Tages „die Bluespolizei mit Handschellen vor seiner Tür stehen wird.“ Weil seiner Meinung nach ist das Album sicher kein klassisches Blues-Album geworden…

Ich möchte euch gerne Sigi Flamisch und seine Uhudler Bluesband vorstellen, ein paar Worte über die erwähnte CD schreiben und auf eine bemerkenswerte Blues-Veranstaltung Ende Juni in Eberau im südburgenländisch-ungarischen Grenzgebiet hinweisen.

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Die Uhudler Bluesband, rechts im Bild: Sigi Flamisch

Was mich dazu bewegt? Ich lebe seit 1989 im idyllischen Südburgenland, liebe den Blues und habe sogar an Bluesseminaren teilgenommen und in einer Blues Big Band mitspielen dürfen. Und ich baue meinen eigenen Uhudler an, auch ich ihn nicht einmal so nennen darf, obwohl ich in einer Uhudler-Gemeinde wohne. Verwirrt? Ach, das gibt sich schon…

Konzentrieren wird uns hier mal lieber auf den Blues! Eingangs aber noch rasch ein Schnellsiedkurs für Unkundige.

Das Südburgenland und der Uhudler

Sogar viele ÖsterreicherInnen denken nur an die Region um den Neusiedler See, wenn sie „Burgenland“ hören. Dass das südburgenländische Hügelland einen gänzlich anderen Charakter und eine eigenständige, vielfältige Kunst.- und Musikszene hat, das ist leider noch zu wenig bekannt.

Es dauerte auch Jahrzehnte, bis der Uhudler, eine Weinlegende, die diesen Namen nur in einigen südburgenländischen Namen tragen darf, über die Region hinaus bekannt wurde und seine Liebhaber fand.

Der Name Uhudler Bluesband

Wie es der Band gelungen, ist, sich keine gerichtliche Klage vom gestrengen Uhudlerverein einzufangen, ist eine andere Sache (es kommt nich ein bisschen mehr über den Uhudler weiter unten und im Anhang!). Vielleicht wird man hierzulande nun schon etwas lockerer als noch vor Jahrzehnten.

Als nämlich vor an die dreißig Jahren um die Legalisierung des Uhudlers gekämpft wurde, engagierte ich mich sehr, auch künstlerisch, und nannte eine meiner Ausstellungen in Eisenstadt themenorientiert und freudig „UhudlArt“. Ein Sprecher des Uhudlervereins meinte dazu nachträglich nur trocken, man hätte mich ja eh klagen können, habe dies aber gnädig unterlassen.

Aber übers Weinmachen im Südburgenland einmal eigene Geschichten und Anekdoten!

Ja, es ist eine herbe Region und nicht gerade offen für „Zuagroaste“ (Zuwanderer). Davon handelt der Titelsong.

Auch die Uhudler Bluesband selbst zeigt keinerlei Anstalten, sich ein Publikum gewogen zu machen, sondern teilt mitunter heftig aus.

Außerdem ist die gesamte CD gnadenlos im Dialekt gesungen, zwei der Songs sogar im sehr eigenartigen südburgenländischen Dialekt der „Heanzen“, dem „Hianzischen“, das auch ich scher verstehe, obwohl ich südburgenländische Wurzeln habe. Glücklicherweise gibt es ein Textbuch mit ein paar Übersetzungshilfen, das macht sie Verstehen etwas leichter.

Musik vor Text, ist die Devise….

Der Charme der Burschen (einige davon schon etwas reifere…), die seit Sommer 2016 auch weibliche Verstärkung haben, ist rau. Bei manchen Texten habe ich etwas geschluckt. Aber das sei ihnen alles verziehen, weil sie spielen sauber und einen schönen, ehrlichen Blues, und ein Programm mit ihnen ist ein Garant für einen unterhaltsamen Abend!

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Die CD

Die CD ist ein musikalischer Streifzug durch ein Jahrhundert Blues von 1916 bis 2016. Die Gruppe geht stilistisch einen interessanten, sehr bodenständigen Weg. Es ist immer wieder erstaunlich, was man mit den berühmten „drei Akkorden“ alles anfangen kann… Elektrischer und akustischer Blues – Chicago Blues – Texas Blues – Country Blues… all das ist hier auf Burgenländisch vertreten.

Es wird von banalen Themen wie den immer durstigen Radfahrern („Der Radlfahrer-Blues“) über Erinnerungen an die eigene Jugend („A jeder Weg führt ham“), über Schönheitsoperationen („Schön, schöner, zum Fürchten schön“) bis hin zu den klassischen Blues-Themen von Einsamkeit, Liebe und Burnout („Ausbrennt“) alles verarbeitet, was uns heute bewegt.

Die Nummern im fast verschwundenen Dialekt der „Heanzn“ sind „Der Ui-Ui-Heanznbui“ und „Die oide Muahm“. Und es gibt natürlich auch einen „Uhudler-Song“. Mir geäffllt auch sehr gut die Cover-Version des Gershwin-Standards „Summer Time“, die sich hier „Summer is“ nennt und ein schöner Ausklang ist.

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Wieso „Uhudler Bluesband“?

Der „Uhudler“ ist (so wie die Band) eine Spezialität des Südburgenlandes. Als um 1900 ganz spezielle Direktträgersorten aus der USA nach Österreich importiert wurden, um unsere einheimischen Sorten vor der Reblaus zu retten, entstand dort im Süden der USA gerade der Blues. Der kam allerdings erst Jahrzehnte nach den Weinstöcken zu uns…

Aus den damals importierten Traubensorten wie Noah, Elvira, Concord oder Ripatella wird heute ein fruchtiger Wein gewonnen, dessen Verkauf übrigens jahrelang verboten war, weil er leider so gar nicht in irgendwelche Normen passen wollte… Angeblich sollte sein Genuss sogar blind machen – aber das ist genauso eine Legende, wie dass man schwarz und blind sein muss, um den Blues spielen zu können…

Beliebt sind nun auch Verarbeitungen der Uhudlertrauben wie der Uhudlersekt, Uhudlerfrizzante, Uhudlerbrand und der Bigala, Marmeladen, Gelees, Sirup, Saft, Eiscreme, Uhudlerschokolade, Uhudlerkäse und allerlei Verwendung in Rezepten der gehobenen Gastronomie.

Inzwischen hat der Uhudler weit über die Grenzen des Landes hinaus unzählige Freunde gefunden. Doch mit dem Uhudler ist es genauso wie mit dem Blues – man mag ihn oder man mag ihn nicht.

Nachdem Gitarrist Sigi Flamisch, berufsbedingt zuletzt in der burgenländischen Hauptstadt Eisenstadt sesshaft geworden, in seinem kleinen Weingarten auch eigene Uhudler-Weinstöcke hegt und pflegt und auch die anderen Bandmitglieder einen starken Bezug zum Burgenland, zum Blues und nicht zuletzt zum Uhudler haben, entstand der Name Uhudler Bluesband.

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Das Pinka Blues Festival

Wer die Uhudler Bluesband diesen Sommer in ihrer Heimat erleben möchte, nimmt am besten am 30. Juni 2018 am Pinka Blues Festival in Eberau teil. Es ist unter dem Motto „Blues Ladies Night“, weil heuer viele großartige Blueserinnen den Ton angeben werden.

http://www.pinkabluesfestival.at/

Die Besetzung

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Sigi Flamisch, gtr, voc, hca
25 Jahre lang Banjoplayer der „Old Stoariegler Dixielandband“. Über 50 Konzerte als Sideman der Jazzlegende Oscar Klein auf vielen europäischen Jazzfestivals von Ascona bis Dresden. Bis jetzt Mitwirkung auf 15 CDs als Gastmusiker in verschiedenen österreichischen Gruppen.
Sigi ist ab 2005 zur Bluesgitarre in der Band seiner Nichte „Natascha & The Bluescrackers“ zurückgekehrt. Mit der CD „Power On“ gewann diese Band 2007 den „Concerto Poll“ für die beste österreichische Bluesproduktion des Jahres. Seit 2011 hat sich Sigi mit der Uhudler Bluesband den Wunsch einer eigenen Bluesband erfüllt.

Bernhard Macheiner, keyb, voc
Bernhard ist ein sowohl in der Klassik, als auch im Jazz und im Blues gefragter Solist und Sideman. Er nahm seine erste eigene CD bereits mit 13 Jahren auf, war Tourneebegleiter bei Andy Borg und Claudia Jung – ist aber auch rege in anderen Musikstilen tätig: z.B. als Korrepetitor bei Johnny Pinters jährlicher „Vokalsommerakademie“ in Eisenstadt, als Komponist bei der „Lisztomania 2011“ oder mit Bands wie „!motion“, “ Serafina“, „Humphrey und die Funkberater“, u.v.a… Er begleitet renommierte Jazzer wie Gerald Gradwohl mit derselben Hingabe, wie er Orgelkonzerte im Dom zelebriert und ist als Studiomusiker bereits auf vielen österreichischen Produktionen zu hören.

Günter „Gü“ Schrumpf, dr
Ein akustisch und optisch gewichtiger Drummer, der auch wegen seines trockenen Humors bereits legendär in der Szene ist. Es spricht allerdings auch für seinen Groove, dass er als Weisser in einer „schwarzen“ Band – den „Kings of Africa“ den Takt angab… Er hat u.a. mit bekannten österreichischen Künstlern wie Gerald Gradwohl, Wolfgang Wograndl, Viktor Gernot, Christian Pogats usw. zusammengearbeitet.
P.S.: Im Kultfilm „Der Knochenmann“ mit Josef Hader ist er der Drummer in der Filmband …

Gery Miller, b
Gery heißt eigentlich Gerold Kornmüller – ist aber in der Szene nur als „der Miller“ bekannt. Abgesehen von einer beeindruckenden Bühnenerscheinung liefert Gery immer ein druckvolles und präzises Fundament in der Rhythm-Section. Er ist als Multiinstumentalist, Arrangeur und Orchesterleiter in diversen Combos und Bigbands bis hin zum Theaterorchester tätig.

Sabine Vollenhofer-Schrumpf, ts, voc
Sabine verstärkt die Band seit Sommer 2016 mit Saxophon und Stimme. Dass die Frau Doktor beruflich höchst erfolgreich als Mikrobiologin arbeitet, schränkt ihre Leidenschaft für Musik zum Glück nicht allzu sehr ein. Sabine hat neben der Fotografie auch noch ein weiteres, recht ausgefallenes Hobby: sie beschäftigt sich statt mit Stricken oder Kochen lieber mit Raumfahrt und Astronautik.

Kontakt

Mail: info at uhudlerbluesband punkt at
Mobiltelefon: 0676 339 44 15 (Sigi Flamisch)

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Die Uhudler Bluesband beim Pinkabluesfestival 2016 in Eberau

Musikbeispiele

The Thrill has Gone – Uhudler Bluesband

Heavy Love – Uhudler Bluesband

Quellen

  1. Uhudler Bluesband & Zuagroastn Blues & Pinka Blues Festival
  2. Der Uhudler und das Südburgenland

Uhudler Bluesband & Zuagroastn Blues & Pinka Blues Festival

http://www.flamisch.at/joomla/index.php/component/content/article?id=13
https://blues.at/2016/08/22/uhudler-blues-band-der-zuagroastn-blues/
https://www.amazon.com/Zuagroastn-Blues-Uhudler-Bluesband/dp/B01LTHWX70
https://itunes.apple.com/us/artist/uhudler-bluesband/1165792197
http://db.musicaustria.at/node/169806
http://www.jazzimbild.at/images/MostJazz2017/01-UhudlerBlues/album/index.html
http://nataschaflamisch.wixsite.com/natascha-flamisch

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http://www.pinkabluesfestival.at/

spotify-logo.png
https://open.spotify.com/album/3StmWpofm4CyUZNAnWAMxu

Der Uhudler und das Südburgenland

Der Uhudler https://de.wikipedia.org/wiki/Uhudler
Uhudlerfeste http://www.suedburgenland.info/de/themen/wein/uhudler/
Südburgenland http://www.suedburgenland.info/de/
Buch „Es war die Reblaus“ https://www.mandelbaum.at/buch.php?id=73
Die Weinidylle http://www.weinidylle.at/
Das Uhudler-Museum http://weinbaumuseum.at/uhudler.htm
Kellerviertel Heiligenbrunn http://www.kellerviertel-heiligenbrunn.at/
Burgenländisch-Hianzische Gesellschaft http://www.hianzenverein.at/

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